5 Sommer-Mythen über Hunde und Katzen: Was stimmt wirklich?
Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und überall kursieren gut gemeinte Tipps für Hunde- und Katzenhalter. Doch nicht alles, was man über die warme Jahreszeit hört, entspricht tatsächlich der Wahrheit.
Einige Sommer-Mythen halten sich hartnäckig – und können im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass unsere Vierbeiner unnötig belastet werden.
Wir haben die häufigsten Sommer-Irrtümer rund um Hunde und Katzen unter die Lupe genommen.
Mythos 1: Hunde sollten im Sommer komplett geschoren werden
Viele Hundehalter greifen bei steigenden Temperaturen automatisch zur Schermaschine. Schließlich tragen Hunde ihr Fell das ganze Jahr über – da liegt die Annahme nahe, dass weniger Fell automatisch weniger Hitze bedeutet.
Doch so einfach ist es nicht.
Bei vielen Hunderassen erfüllt das Fell eine wichtige Schutzfunktion. Es schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor direkter Sonneneinstrahlung und hilft dabei, die Körpertemperatur zu regulieren. Besonders Hunde mit sogenanntem Doppelstockfell profitieren von diesem natürlichen Schutz.
Ob eine Schur sinnvoll ist, hängt daher immer von Felltyp, Gesundheitszustand und Rasse ab.
Unser Tipp: Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Unterwolle und unterstützt die natürliche Thermoregulation oft besser als eine Komplettschur.
Mythos 2: Katzen kommen mit Hitze immer problemlos zurecht
Katzen stammen ursprünglich von Wüstenbewohnern ab – deshalb gelten sie oft als besonders hitzeresistent.
Tatsächlich können aber auch Katzen unter hohen Temperaturen leiden.
Vor allem ältere Tiere, Wohnungskatzen, übergewichtige Katzen oder Tiere mit dichtem Fell haben an heißen Tagen oft stärker zu kämpfen als viele Halter vermuten. Hinzu kommt, dass Katzen Unwohlsein häufig sehr lange verbergen.
Anzeichen können unter anderem sein:
- erhöhte Müdigkeit
- weniger Aktivität
- schnelle Atmung
- verminderter Appetit
Gerade Wohnungskatzen sind auf die Unterstützung ihrer Menschen angewiesen, wenn sich Wohnräume stark aufheizen.
Unser Tipp: Sorge für schattige Rückzugsorte, frisches Wasser und ausreichend Möglichkeiten zur Abkühlung.
Mythos 3: Eis ist die perfekte Abkühlung für Hunde und Katzen
Ein Eis an einem heißen Sommertag klingt auch für unsere Vierbeiner verlockend. Doch normales Speiseeis ist meist keine gute Wahl.
Viele Sorten enthalten Zucker, Milchprodukte oder andere Zutaten, die Hunde und Katzen nicht gut vertragen. Einige Inhaltsstoffe können sogar gesundheitsschädlich sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Hunde und Katzen auf sommerliche Leckereien verzichten müssen.
Geeignete Alternativen können beispielsweise sein:
- gefrorene hunde- oder katzengeeignete Snacks
- kleine Portionen pürierter Früchte für Hunde
- gefrorene Schleckmatten
- selbstgemachte Sommerleckerlis
Unser Tipp: Achte immer darauf, dass Snacks auf die jeweilige Tierart abgestimmt sind und nur in Maßen angeboten werden.
Mythos 4: Hunde brauchen bei Hitze kaum noch Bewegung
Wenn die Temperaturen steigen, werden viele Hunde deutlich ruhiger. Daraus entsteht häufig die Annahme, dass Bewegung im Sommer kaum noch notwendig sei.
Doch Bewegung bleibt wichtig – lediglich Zeitpunkt und Intensität sollten angepasst werden.
Lange Spaziergänge in der Mittagshitze können belastend sein. Kurze Aktivitäten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden sind dagegen oft deutlich angenehmer.
Auch geistige Auslastung kann an heißen Tagen eine gute Alternative sein.
Unser Tipp: Verlege aktive Einheiten möglichst in die kühlen Tageszeiten und plane ausreichend Wasserpausen ein.
Mythos 5: Im Sommer verändern sich die Bedürfnisse von Hund und Katze nicht
Viele Tierhalter achten im Sommer vor allem auf die Temperatur. Dabei wird häufig übersehen, dass die warme Jahreszeit auch andere Veränderungen mit sich bringt.
Urlaubsreisen, Ausflüge, längere Autofahrten, veränderte Tagesabläufe oder Futterumstellungen können den Organismus zusätzlich fordern.
Besonders die Verdauung reagiert bei manchen Tieren empfindlich auf Stress und Veränderungen.
Deshalb lohnt es sich, gerade im Sommer aufmerksam auf das Wohlbefinden des eigenen Tieres zu achten und bei Bedarf gezielt zu unterstützen.
Unser Tipp: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und feste Routinen helfen vielen Hunden und Katzen dabei, entspannt durch die Sommermonate zu kommen.
Unser Fazit
Nicht alles, was man über Hunde und Katzen im Sommer hört, stimmt auch. Viele vermeintliche Tipps beruhen auf veralteten Annahmen oder pauschalen Empfehlungen.
Wer die individuellen Bedürfnisse seines Tieres im Blick behält, auf ausreichend Wasser, passende Bewegung und eine artgerechte Versorgung achtet, schafft die besten Voraussetzungen für einen entspannten Sommer.
Denn am Ende gilt: Jeder Hund und jede Katze ist einzigartig – und genau so sollte auch die Sommerpflege aussehen.
