Bierhefe bei nierenkranker Katze: Darf man Katzen mit CNI Bierhefe füttern?

Liegende Katze

 

Portrait Autor Sonja Tretter

  Autor: Sonja Tretter
  Lesedauer: 4 Min.

 

Bierhefe ist ein beliebtes Futterergänzungsmittel für Katzen, das mit seinen zahlreichen positiven Einflüssen auf die Gesundheit von Fell, Haut und Verdauung überzeugt. Wenn deine Katze durch eine Niereninsuffizienz bereits körperlich geschwächt ist, klingen die in Bierhefe in großer Zahl enthaltenen Vitamine und Nährstoffe vielversprechend.

Doch hier ist Vorsicht angesagt: während einige Experten Bierhefe empfehlen warnen andere vor den negativen Auswirkungen von Bierhefe bei nierenkranken Katzen. Was hinter den jeweiligen Argumenten steckt, erfährst du in diesem Beitrag.

 

 

CNI bei der Katze

Die Abkürzung CNI steht für chronische Niereninsuffizienz. Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild, das vor allem mit fortschreitendem Alter bei Katzen häufiger auftritt. Zu den üblichen Symptomen gehören Appetitlosigkeit und Übelkeit sowie häufiges Trinken und Urinausscheidung.

Die Niereninsuffizienz wird meist erst sehr spät erkannt und ist nicht heilbar und auf lange Sicht tödlich. Einige Lebensjahre sind nach der ersten Diagnose häufig aber noch möglich. In dieser Zeit gilt es, auf eine spezielle Ernährung zu achten und regelmäßige Besuche beim Tierarzt vorzunehmen, um das Wohlbefinden und die Lebenserwartung deiner Katze zu erhöhen.

Welche Argumente sprechen für Bierhefe?

Vor allem weil nierenkranke Katzen durch die erhöhte Urinausscheidung auch mehr Vitamine wieder ausscheiden, ist eine zusätzliche Versorgung mit Vitaminen empfehlenswert. Außerdem fallen zahlreiche übliche Vitaminquellen bei nierenkranken Katzen weg. Deshalb ist es wichtig, speziell auf eine ausreichende Versorgung zu achten. Besonders für eine Versorgung mit B-Vitaminen bietet sich Bierhefe sehr gut an.

Nierenkranke Katzen sind durch die Krankheit häufig bereits geschwächt. Auch hier kann Bierhefe helfen, den Allgemeinzustand der Katze durch die enthaltenen gesundheitsfördernden Stoffe wieder zu verbessern und die Katze zu stärken.

Ein weiteres Argument für die Fütterung von Bierhefe bei CNI-Katzen ist die appetitanregende Wirkung. Nierenkranke Katzen verschmähen häufig ihr Futter, da sie unter Übelkeit leiden. Durch den Geschmack der Bierhefe können sie zum Fressen animiert werden.


Was spricht bei CNI gegen Bierhefe?

Napf mit Trockenfutter
Bei CNI brauchen Katzen eine spezielle Diät. Trockenfutter sowie phosphorreiche Futtermittel sind dann ungeeignet. (Bildquelle: Pixabay)


Die Ernährung einer nierenkranken Katze sollte möglichst viel Flüssigkeit und wenig Phosphor enthalten. Deshalb brauchen Katzen mit CNI eine spezielle phosphorarme Diät. Ein zu hoher Phosphorspiegel im Körper führt zu Übelkeit und kann auch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen nach sich ziehen.

Hier liegt das Problem mit der Bierhefe: diese hat einen relativ hohen Phosphorgehalt. Der Anteil in Bierhefe liegt bei etwa 1,8%. Ist die Niere nur leicht geschädigt, kann die Aufnahme von Phosphor über die Nahrung durch vom Tierarzt verschriebene Phosphatbinder etwas ausgeglichen werden, im fortschreitenden Stadium der Erkrankung jedoch sollte wirklich möglichst wenig Phosphor im Futter enthalten sein.


Bierhefe bei CNI- ja oder nein?

Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Schlussendlich ist die Gabe von Bierhefe bei Katzen mit CNI Abwägungssache. Wenn möglich, sollte die Fütterung von Bierhefe vermieden werden und die benötigten zusätzlichen Vitamine sollten besser durch einen Vitamin-B-Komplex verabreicht werden. Eine penible Vermeidung von Phosphor in der Nahrung ist bei einer Nierenerkrankung immer die sicherste Lösung.

Auf der anderen Seite ist der enthaltene Phosphoranteil bei kleinen Bierhefemengen üblicherweise nicht schädlich. Bevor die Katze zu wenig Futter aufnimmt oder einen Vitaminmangel entwickelt, kann die Verwendung von Bierhefe also eine Überlegung wert sein.

Fazit

Obwohl Bierhefe auch bei einer chronischen Niereninsuffizienz positive gesundheitliche Auswirkungen auf die geschwächte Katze haben kann, sollte aufgrund des hohen Phosphorgehalts besser darauf verzichtet werden. Kleine Mengen Bierhefe sind aber nicht direkt schädlich für die Katze und können im Einzelfall sinnvoll sein.

Wusstest du, dass Bierhefe neben B-Vitaminen auch zahlreiche Ballaststoffe, Aminosäuren und viele weitere Vitamine enthält. Mehr über die Inhaltsstoffe von Bierhefe findest du in unserem nächsten Beitrag.

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